Projektwettbewerb Neubau Alterszentrum und Wohnsiedlung Eichrain

in Zürich Seebach, 8. Rang

Drei abgeknickte Baukörper bilden gemeinsam die neue Stadtsilhouette am Eichrain. 

Präzis in die Topografie gesetzt und ihren Nachbarbauten zugewandt, formulieren sie zusammen einen begrünten ruhigen und parkartig gestalteten Hofraum. Vorgelagert an den verschiedenen Arealecken finden sich eigentliche Vorhöfe, welche den Übergang zur jeweiligen stadträumlichen Situation herstellen, als Filter wirken und unterschiedliche Nutzungsschwerpunkte aufweisen. 

 

Der südliche Raum an der Ecke Birch-/Glatttalstrasse stellt die Verbindung zur Strasse und zur Stadt her. Hier befinden sich Besucherparkplätze und Bushaltestelle, in den angrenzenden Sockelgeschossen sind publikumsbezogene Nutzungen angeordnet, welche den Raum aktivieren. Die Stellung der Kopfbauten belässt Spielraum für die zukünftige Neubebaung der Eckparzelle, welche die stadträumliche Situation weiter akzentuieren wird. Qualität: mineralisch, urban, aktiv, laut

 

Der nordwestliche Raum bildet zusammen mit den umliegenden Wohnbauten einen siedlungsbezogenen Binnenraum, welcher für für nachbarschaftlichen Austausch und Kinderspiel geeignet ist. Hier liegt auch der obere Zugang zum Alterszentrum. Qualität: grün, wohnlich, nachbarschaftlich

 

Der nordöstliche Raum schliesst an den Erholungs- und Freizeitraum und die Landschaft im Norden an. Schmale Wege und Trampelpfade machen das ansteigende Gefälle erlebbar. Der Gemeinschaftsraum mit zugehörigem Grillplatz profitiert von der speziellen Lage, die Eichrainstrasse mündet hier in einen kleinen Wendeplatz und bedient die Anlieferung des Alterszentrums. Qualität: landschaftlich, lebendig, bewegt

 

Der präzis gefasste Hofraum führt alle Wege und Räume zusammen. Er bietet sonnige und schattige Bereiche, Wiesen und Rasenflächen, schmale Pfade und Sitzgelegenheiten und eine breite Vorzone vor den Häusern. Er ist alltäglicher Begegnungsort und steht BewohnerInnen und Gästen zum Spazieren und zum Aufenthalt zur Verfügung. 

 

Das Alterszentrum belegt den oberen Teil des Areals und öffnet sich zum Park. Sein über zwei Geschosse organisierter Empfangsbereich verbindet die Zugänge von der Strassen- und der Parkseite. Sämtliche allgemeinen Räume befinden sich in den beiden Sockelgeschossen und stehen auch Besuchern und Gästen offen. In den darüber liegenden Gebäudeflügeln sind die den BewohnerInnen vorbehaltenen Privaträume untergebracht, welche um grosszügige und helle Erschliessungs- und Aufenthaltsräume gruppiert sind. Die ausgeprägte Erschliessungsfigur ermöglicht ganz unterschiedliche  Wege durch das Haus. Indem sie immer wieder an die Fassade stösst, sind verschiedene Aussenbezüge erlebbar, Lieblingsorte können gefunden und belegt werden. Durch die Rückstaffelung der Gebäudeflügel werden Terrassen auf verschiedenen Ebenen gebildet, welche den einzelnen Bewohnergruppen geschützte Aufenthaltsbereiche bieten.

 

Diese kubische Differenzierung mittels Rückstaffelung und Kürzung des Volumens prägt auch die beiden Wohnbauten. So erfolgt auf der Ebene des Erdgeschosses die gewünschte präzise Raumfassung, welche sich weiter oben entspannt. Hofraum und Zwischenräume weiten sich zum Himmel auf, die räumliche Durchlässigkeit wird erhöht, eine abwechslungsreiche Silhouette wird geschaffen. 

 

Die beiden Wohnbauten stehen im unteren Bereich des Areals. Sämtliche Hauseingänge sind sowohl von aussen wie auch von innen erschlossen. Im Sockelgeschoss finden sich die gemeinschaftlichen Nutzungen: Waschsalons, Veloräume, Musikzimmer, Hauswart- und Gemeinschaftsraum usw. sind auch direkt von aussen zugänglich und aktivieren sowohl die Strassen- wie auch die Parkseite. Der Sockelbereich an der Strassenecke weist die grösste Raumhöhe auf und ist den Gewerbeflächen vorbehalten, welche mit ihren Aussennutzungen die zugehörigen Vorräume beleben. 

 

Für die drei Bauten werden die gleichen Materialien und Farben in jeweils unterschiedlicher Ausprägung und Kombination verwendet. Die hochgedämmten hinterlüfteten Fassaden sind mit Glasfaserbetonplatten verkleidet. Als Reaktion auf die sanft ansteigende Topografie wird der Sockel in sandgestrahltem Beton ausgeführt. Die vor Witterung geschützten Bereiche bei Loggien und Balkonen werden mit Holz ausgestattet, die Balkone erhalten einfache Staketengeländer aus Metall und sind aussen abgestützt. Stoffvorhänge und Markisen unterstützen die wohnliche Stimmung.

 

Mit seiner kompakten Form und seinem durchgehenden Wärmedämmperimeter schafft das Projekt gute Voraussetzungen für eine ökonomische, energieeffiziente und nachhaltige Umsetzung in Minergie-P-ECO-Bauweise. Das kostengünstige Bauen wird durch die Repetition der Elemente und einen hohen Grad an Vorfabrikation unterstützt. 

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